Internationaler Backup Day
Zum International Backup Day war ich im Radio Rottu Oberwallis und im Walliser Boten zu Gast. Anlass genug, die wichtigsten Punkte hier zusammenzufassen.
Datensicherung: einfach, aber oft vernachlässigt
Ein Backup klingt banal. Ist es im Grunde auch. Aber genau deshalb wird es so oft aufgeschoben. Dabei reicht schon eine einfache Regel: Daten nicht nur an einem Ort speichern. Eine Kopie auf dem Computer, eine auf einer externen Festplatte, eine in der Cloud. Wer das konsequent macht, ist im Ernstfall abgesichert.
Besonders wichtig ist das Timing. Wer in den Ferien viele Fotos macht, sollte fast täglich sichern. Erfahrungsgemäss schmerzt der Verlust von Bildern die meisten Menschen am stärksten. Und wenn ein wichtiges Dokument reinkommt, etwa ein Vertrag oder Versicherungsunterlagen, lohnt sich die Sicherung sofort. Ansonsten reicht in der Regel eine wöchentliche Sicherung.
Für Unternehmen kommt noch ein Aspekt dazu: Gewisse Daten müssen aus rechtlichen Gründen über Jahre aufbewahrt werden. Dafür braucht es kein normales Backup, sondern ein dediziertes Archiv. Das sind zwei verschiedene Dinge, die oft vermischt werden.
Datensicherung und Cybersecurity betreffen heute nicht nur Unternehmen, sondern jeden Einzelnen.
Deepfakes: Die neue Dimension der Cyberangriffe
Ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt, ist der Schutz vor Angriffen mit Künstlicher Intelligenz. Die Technologie entwickelt sich rasant, und damit auch die Methoden der Angreifer.
Ein Beispiel, das ich im Interview erzählt habe: Eine ältere Frau erhielt einen Anruf, scheinbar von ihrem Sohn. Er sagte, er habe einen Skiunfall gehabt und liege im Spital. Er bat sie, einen Link in einer E-Mail zu öffnen. Die Stimme klang echt, das Foto in der Mail zeigte ihn im Spitalbett. Beides war KI-generiert. Möglich wurde der Betrug, weil der Sohn zuvor ein Skifoto auf Social Media gepostet hatte.
Die Frau klickte auf den Link. Im Hintergrund wurde eine Software installiert, die den Angreifern Zugriff auf ihren Computer gab. Innerhalb weniger Minuten wurden 25 Zahlungen über ihr E-Banking ausgelöst. Der Schaden: 95’000 Franken. Ich habe den Computer nach dem Angriff forensisch untersucht und konnte den genauen Ablauf rekonstruieren.
Drei Tipps, die wirklich helfen
- Einen Code mit Vertrauenspersonen vereinbaren.
Am besten etwas bewusst Unlogisches wie „Skifahren im Schwimmbad“. Bei einem verdächtigen Anruf einfach nach dem Code fragen. - Software-Updates sofort durchführen.
Updates schliessen Sicherheitslücken. Über das Handy ist man im Internet Nachbar der ganzen Welt, ob man will oder nicht. - An die eigene Verantwortung denken.
Wer seine Geräte nicht schützt, gefährdet nicht nur eigene Daten, sondern auch die Kontakte, die darauf gespeichert sind.
Medienbeiträge
Radio-Beitrag (RRO)
Die Audioausschnitte aus dem RRO-Interview:
Bericht im Walliser Boten
Der vollständige Artikel ist im Walliser Boten erschienen: Link zum Artikel